Kunst bringt die Seele zum Leuchten!

Intuitives Malen – heilsam und befreiend!

Dieser Satz fiel mir spontan ein, als mich jemand fragte, warum ich Kunst mache. „Kunst machen“, was für ein seltsamer Ausdruck! Eigentlich müsste es heißen „die Kunst macht mich.“ Ja, denn genauso ist es.

Die Kunst macht mich – zu einem anderen Menschen.

Wenn ich mich mit Kunst beschäftige, dann fällt alles von mir ab, was mich vorher aufgeregt und beschäftigt hat. Kunst hilft mir bei der Bewältigung meiner Sorgen. Kunst hilft mir, mich auszudrücken auch in Situationen, wo mir die Worte fehlen. Kunst spricht für mich, übersetzt das, was ich sagen möchte in Bilder. Kunst als Sprache und als Ausdruck der Seele. So erfahre ich Kunst seit vielen Jahren als eine heilsame Methode, mit dem Leben umzugehen.

Die Kunst war allerdings nicht immer auf meiner Seite, muss ich gestehen. Als Kind in der Schule, stand ich mit der Kunst auf Kriegsfuß. Die Bilder entsprachen selten den Vorstellungen meiner Lehrer. Vielleicht hätten diese ein wenig mehr Anleitung geben sollen anstatt alles zu bewerten und zu benoten. Hier ein kleines Lob und da und gerne auch mal eine kleine Korrektur. Wer weiß, vielleicht wäre es dann besser gelaufen, mit mir, der Kunst und den Lehrern. Sei’s drum!

Die Kunst macht mich – friedvoll, wenn meine rebellische Ader sich zeigt.

Das fängt schon bei der Auswahl der Farben an. Wer meine Bilder kennt, entdeckt, dass da oft die Farbe Rot vorherrscht. Man könnte beim Anblick der Farbexplosionen jetzt denken, ich male Rot, wenn ich Rot sehe.  

Die Farbe Rot hilft jedoch auch bei Energiemangel. Wenn ich ausgelaugt und erschöpft bin, hilft mir Rot, wieder in meine Kraft zu kommen.

Und da wären wir dann auch schon beim Thema. Wann habe ich mit der Kunst angefangen? Meine intensivste Kunstphase hatte ich tatsächlich in schwierigen Zeiten, als mir Familie und Arbeitgeber gleichzeitig Höchstleistungen abverlangten. Oft gestresst und überfordert mit dem Alltag und in Gefahr auf einen Burn out zuzusteuern, fand ich in der Malerei einen wunderbaren Ausgleich. Angefangen hatte alles mit Intuitivem Malen bzw. Ausdrucksmalen im Keller einer Künstlerin, die ich bei einer Ausstellung kennengelernt hatte. In einer Gruppe von Frauen malten wir abends in ihrem Kellerraum. Dort war es gut, aufgehoben, geborgen, versorgt mit Essen und Trinken und Farben und Leinwand. Und damit begann mein Künstlerdasein.

Aus dieser Erfahrung heraus, machte ich mich ein paar Jahre später auf den Weg, anderen Menschen ebenfalls die heilsame Wirkung des Intuitiven Malens nahezubringen. Nach einigen Malkursen und der Ausbildung zur Kunst- und Kreativitätstherapeutin kreierte ich vor ca. 10 Jahren die „Sonntagsma(h)lzeiten im Sommergarten“, die mittlerweile zu einer festen Einrichtung wurden.

Jeden Sommer finden sich Menschen in meinem Garten zusammen, um einen Tag „Urlaub für die Seele“ zu machen.

So ein kleiner Seelen-Urlaubstag kann so viel bewirken! Unter meinen Teilnehmern, es sind überwiegend Frauen, finden sich immer wieder einige die zuerst zögern, sich anzumelden. Viele schleppen auch noch die Misserfolge aus der Schulzeit im Gepäck: „Ich konnte noch nie gut malen…“

Wie oft habe ich diesen Satz im Laufe der letzten Jahre gehört! Dann ermutige ich, erzähle von meinen Erfahrungen und behaupte stets zuversichtlich: „Es reicht, wenn du einen Pinsel halten kannst.“

Und wie glücklich ausgerechnet diese Frauen sind, die ihr Leben lang in dem Bewusstsein gelebt haben, eine kreative Null zu sein. Die, wenn sie dann am Abend vor ihrem ersten selbstgemalten Bild stehen, dass vor Farbe nur so leuchtet und mit seiner Schöpferin um die Wette strahlt, vor Stolz fast platzen. 

Dann bin ich selbst so erfüllt und froh, weil es wieder ein paar Menschen mehr auf der Welt gibt, die an nur einem Tag gelernt haben, an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben.

Doch wie kommt dieses Wunder zustande? Der Ablauf dieser Maltage ist immer ähnlich. Wir treffen uns morgens bei einer Tasse Kaffee oder Tee, mümmeln Kekse oder eine Butterbrezel und machen eine kleine Kennenlernrunde. Zu Beginn dürfen alle eine von meinen selbst gestalteten Engelkarten ziehen. Die Botschaften dieser Karten treffen zu 95 % zu. Alleine das finden die Menschen schon faszinierend. Viele wählen zum Einstieg sogar erst einmal die Farben ihres gezogenen Engels, auch wenn das Bild sich im Laufe des Tages wandelt.

Weiter geht es mit einer Klangreise oder Meditation. Dazu entwickele ich jedes Mal eine andere Idee, da ja viele Teilnehmer/innen auch regelmäßig kommen. Das können Atemübungen sein oder eine Chakrareinigung, um erstmal frei und offen zu werden für das, was da kommt. Es ist wichtig, dass man offen ist und sich einlässt auf das Abenteuer Malen. Einfach mal eben den Kopf ausschalten, fällt vielen Menschen schwer. Die Stimme der Seele wurde lange nicht gehört und muss erst einmal wieder aktiviert werden.

Herzengelkarten von Connie Albers

Rendez-vous mit deiner Seele

„Du, ja, du! Hallo, liebe Seele, heute bist du dran. Du darfst dich zu Wort melden. Was wolltest du immer schon mal sagen?“ So könntest du beginnen. Vor der leeren Leinwand, die auf einer Staffelei steht, die du zuvor an einem schönen Platz im Garten aufgestellt hast. Auch der Platz wird zuerst mit allen Sinnen ausgesucht.

Spür einmal hinein, wo du dich wohl fühlst. Welcher ist dein Platz? Auch dabei kann sich schon einiges zeigen.

Stehst du lieber alleine, etwas abseits, um ungestört mit deinem Bild zu sein? Oder stehst du lieber in der Gruppe, um vielleicht etwas von der Energie der anderen abzubekommen oder wegen des Austausches?

Welcher Maltyp bist du? Bist du Einzelkämpfer oder mehr der gesellige Typ? Wie fängst du an? Manche Maler/innen haben Angst anzufangen. Da spüre ich immer noch die alte Angst: Bloß nichts falsch machen! Hier hilft dann auch schon mal eine schnelle Blockadenlösung. Alte eingeschlossene Emotionen können vorher noch aufgelöst werden, wenn es erforderlich ist. Andererseits löst das Malen selbst schon die Blockaden. Nur wenn ich merke, dass jemand den halben Tag mit Farben aussuchen vertrödelt, weil er sich nicht traut, anzufangen, greife ich schon mal „lösend“ ein. Ansonsten ist es Sache der Seele, das Bild zu gestalten.

Das alles sind nur Anfangsschwierigkeiten. Nach kurzer Zeit des Malens bist du so in dein Bild versunken, eingetaucht in Farben und Formen, dass du die Zeit vergessen hast. Oft gibt es Musik im Hintergrund, doch den tatsächlichen Takt gibt die Seele vor. Hier ein Pünktchen, da eine Welle, vielleicht ein Herz, ein Kreis, ein Kringel. Klein anfangen und zulassen, dass dein Bild sich entwickelt. Es ist ein Prozess. Jetzt darf alles aufgegeben werden, was dich bisher gehindert hat, kreativ zu sein. Die alten Glaubenssätze verlieren an Bedeutung. Glaub mir, am Ende des Tages wirst du neue Glaubenssätze haben. Den Kopf ausschalten, das Herz einschalten. Dass der Junior eine fünf in Mathe hat, heute ist es egal. Ein Herz für den Junior!

Die Vorstellung, perfekt sein zu müssen, darfst du ablegen.  Wie oft denken wir, wir könnten etwas nur öffentlich machen, wenn wir perfekt sind.

Ein Trugschluss, mit dem wir uns das Leben schwer machen und uns die besten Erlebnisse versagen. „Ich bin nicht gut genug.“ Ein alter Glaubenssatz, eingetrichtert von Eltern, Lehrern und sonstigen Obrigkeiten.

Heute darf er verabschiedet werden. Wir wandeln ihn einfach um. „Ich bin ein schöpferischer, kreativer Mensch!“ Im Job war es wieder stressig die Woche? Heute darf alles abfließen, was uns stört, der Stress, die Sorgen mit dem Junior, alles fließt ins Bild.

Manche kommen an und haben ein Bild im Kopf, das sie irgendwo gesehen haben und unbedingt malen wollen. In den seltensten Fällen wird dieses Bild gemalt.

Weil es nicht sein kann, nicht heute und hier. Heute entsteht das Bild deiner Seele. Und das ist einzigartig. Besser kannst du es gar nicht machen. Warum möchtest du ein Bild malen, das schon ein anderer vor dir gemalt hat? Warum soll es ein Monet sein? Auch wenn da ein Seerosenteich ist und ein kleiner Wasserfall sprudelt. Du darfst dich gerne inspirieren lassen, aber es ist immer dein Bild. Die Seele malt mit. So wie sie bei Monet damals natürlich auch mitgemalt hat.

Auch die Mahlzeit gehört zur Malzeit

13.00 Uhr Mittagspause – du hast gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Eingetaucht in dein Bild, bist du von Pinselstrich zu Pinselstrich mutiger geworden. Anfangs warst du zögerlich, mit der Zeit jedoch werden deine Striche fester, entschlossener. Die Farben werden kräftiger, aus dem blassen Gelb wird plötzlich ein knalliges Orange! Alle möglichen Symbole drängen sich ins Bild. Du wunderst dich über dich selbst. So viel Kraft ist in dir! So viel Lebenskraft will sich zeigen. Lass es zu!

Das leibliche Wohl darf nicht zu kurz kommen.

Nach der gemeinsamen Mittagspause, in der geschmaust, geklönt, schnabuliert und fabuliert wird, geht es weiter zum zweiten Teil. Du kannst ein zweites Bild malen oder am ersten Bild weitermalen. Es gibt keine Vorgaben, du entscheidest. Manche Teilnehmer/innen sind jetzt schon satt. Ein kleines Bild geht noch, aber das erste Bild ist oft das aussagekräftigste.

Am Ende des Tages schauen wir uns gemeinsam die Bilder an, erschöpft, aber glücklich.

Denn Malen ist anstrengend, Malen ist Seelenarbeit. Da kann die Seele auch schon mal einen Muskelkater bekommen. Emotionen können auftauchen und Tränen fließen.  Alles ist erlaubt und darf zugelassen werden. Doch meistens herrscht einfach nur Freude über die eigene, neu entdeckte Schöpferkraft und Leichtigkeit. Der Kopf ist wieder frei und die Seele gesättigt.

Und morgen gehst du mit voller Kraft in die neue Woche. Du nimmst es mit dem Lehrer deines Sohnes auf oder mit deinem Chef! Tschakka!

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